Gandhi: Expositionsgrenzwerte

Expositionsgrenzwerte:
Die Unterschätzung der aufgenommenen Handystrahlung, insbesondere bei Kindern

Om P. Gandhi1, L. Lloyd Morgan2, Alvaro Augusto de Salles3, Yueh-Ying Han4, Ronald B. Herberman2,5 & Devra Lee Davis2

1 Department of Electrical and Computer Engineering, University of Utah, Salt Lake City, Utah, USA,
2 Environmental Health Trust, Teton Village, Wyoming, USA,
3 Electrical Engineering Department, Federal University of Rio Grande do Sul (UFRGS), Porto Alegre, Brazil,
4 Department of Epidemiology and Community Health, School of Health Sciences and Practice, New York Medical College, Valhalla, New York, USA, and
5 Intrexon Corp., Germantown, Maryland, USA

Originaltitel:
Exposure Limits: The underestimation of absorbed cell phone radiation, especially in children
Electromagnetic Biology and Medicine, Early Online: 1–18, 2011 Copyright Q Informa Healthcare USA, Inc. ISSN: 1536-8378print/ 1536-8386; online DOI: 10.3109/15368378.2011.622827

PubMed: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21999884?dopt=Abstract

Übersetzung: Reinhard Tillack für Diagnose-Funk. Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Autoren. Herausgegeben mit Unterstützung der Kompetenzinitiative e.V.. Es gilt der englische Originaltext.

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ZUSAMMENFASSUNG

Beim gegenwärtigen Zulassungsverfahren für Handys wird das Plastikmodell eines Kopfes verwendet, welches als "Specific Anthropomorphic Mannequin" (SAM) [= "spezifische menschenähnliche Puppe"] bezeichnet wird, und welches die größten 10% der Rekruten des US-Militärs im Jahr 1989 widerspiegelt und somit die spezifische Absorptionsrate [= Specific Absorption Rate (SAR)] für typische Handynutzer, insbesondere Kinder, stark unterbewertet.

Ein qualitativ besseres Zulassungsverfahren auf der Grundlage einer Computersimulation wurde von der "Federal Communications Commission" (FCC) [ = amerikanische Bundesbehörde für Kommunikationsmittel] bewilligt, es wird aber bei der Zulassung von Handys nicht verwendet. In den USA legt die FCC die zulässigen Expositionsobergrenzen fest. Viele Länder, insbesondere EU-Mitgliedsstaaten, verwenden "Richtlinien" der "International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection" (ICNIRP) [= Internationale Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung), einer nicht-staatlichen Institution.

Ein Kopf, der kleiner ist als der des SAM-Modells, nimmt bei der Exposition gegenüber Funkfrequenzstrahlung im Verhältnis einen höherer SAR-Wert auf. Zudem wird beim SAM-Modell eine Flüssigkeit verwendet, welche eine durchschnittliche Verhaltensweise des Kopfgewebes aufweist und somit weder Unterschiede in der Aufnahme durch spezielle Hirngewebe aufzeigen kann, noch die Aufnahme der Strahlung bei Kindern oder kleineren Erwachsenen. Der SAR-Wert bei einem 10-Jährigen ist bis zu 153% höher als der SAR-Wert beim SAM-Modell. Wenn elektrische Eigenschaften berücksichtigt werden, kann die Strahlungsaufnahme durch einen Kinderkopf mehr als zweimal höher und die Aufnahme durch das Knochenmark des Schädels zehnmal höher liegen als bei Erwachsenen. Deshalb wird ein neues Zulassungsverfahren benötigt, welches unterschiedliche Nutzungsarten, Kopfgrößen und Gewebeeigenschaften mit berücksichtigt. Modelle auf anatomischer Grundlage sollten verwendet werden, um die Sicherheitsnormen für diese allgegenwärtigen modernen Geräte zu überarbeiten und die Normen sollten von rechenschaftspflichtigen, unabhängigen Gruppen festgelegt werden.